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Phytoplankton richtig dosieren: So viel braucht dein Riffbecken

Lebendes Phytoplankton ist die Basis der Nahrungskette im Riff. Es füttert Filtrierer, Korallen und das Zooplankton im Becken und nimmt dabei Nitrat und Phosphat auf. Damit das funktioniert, kommt es auf die richtige Menge an. Zu wenig bringt kaum etwas, zu viel trübt das Wasser und belastet es mit Nährstoffen.

Die Faustregel

Unsere Richtwerte stehen auch auf dem Etikett und beziehen sich auf das Netto-Wasservolumen (also ohne Deko und Gestein):

Kultur Ziel Menge pro Tag
Nannochloropsis Salina Nitrat & Phosphat senken 30–50 ml je 100 l
Synechococcus-SP Fütterung 50 ml je 100 l

Rechenbeispiel: Ein Becken mit 300 l Netto-Volumen bekommt 90 bis 150 ml Nannochloropsis pro Tag. Eine 1000-ml-Flasche reicht dann etwa eine Woche. Den genauen Wert für dein Becken zeigt dir unser Dosierrechner.

Langsam starten, dann steigern

Jedes Becken reagiert anders. Starte deshalb mit der unteren Menge und steigere über zwei bis drei Wochen. Miss in dieser Zeit einmal pro Woche Nitrat und Phosphat. So siehst du, ob die Dosis wirkt, und erkennst früh, wenn es zu viel wird.

Zu viel ist zu erkennen an trübem Wasser, das sich am nächsten Tag nicht geklärt hat, oder an steigenden Nährstoffwerten. Dann reduzierst du die Menge einfach wieder.

So dosierst du richtig

Lagerung: kühl, dunkel, frisch

Lebendes Plankton ist ein Naturprodukt und nur begrenzt haltbar. Bewahre die Flasche im Kühlschrank bei etwa 4 °C auf und brauche sie innerhalb der Haltbarkeit auf dem Etikett auf. Deshalb lohnt sich eine Flaschengröße, die zu deinem Tagesbedarf passt: lieber öfter eine frische kleine Flasche als eine große, die zu lange steht.

Welche Kultur passt zu mir?

Nannochloropsis ist der Allrounder für Nährstoffkontrolle und Filtrierer. Synechococcus ist sehr fein und eignet sich als Futter für Korallen. Wer zusätzlich Lebendfutter für Fische, Larven oder LPS möchte, ergänzt Rotatorien. Du bist dir unsicher? Unser Riff-Check stellt dir in 30 Sekunden die passende Kombination zusammen.

Rotatorien als Lebendfutter: Wer im Riff davon profitiert

Rotatorien, auch Rädertierchen genannt, sind winzige Zooplankton-Organismen. Die im Meerwasser gezüchtete Art Brachionus plicatilis ist nur etwa 0,1 bis 0,3 Millimeter groß. Damit passt sie genau in das Beuteschema vieler Tiere, für die normales Frostfutter zu groß ist.

Warum lebend besser ist

Lebende Rotatorien schwimmen aktiv durchs Wasser. Das löst bei vielen Tieren den Fangreflex aus, den totes Futter nicht auslöst. Außerdem bleiben sie in der Strömung, statt sofort auf den Boden zu sinken, und belasten das Wasser deshalb weniger.

Wer profitiert?

Gut gefüttert ist halb gefüttert

Rotatorien sind nur so nahrhaft wie das, was sie selbst gefressen haben. Unsere Rotatorien wachsen mit Phytoplankton aus eigener Zucht auf. Wer im Becken zusätzlich Phytoplankton dosiert, hält auch die Rotatorien satt, die dort weiterleben. Deshalb ergänzen sich Phyto- und Zooplankton so gut.

Tipps zur Fütterung

Lagerung

Rotatorien sind lebende Tiere. Bewahre sie kühl auf, schüttle die Flasche vor Gebrauch kurz und verbrauche sie innerhalb der Haltbarkeit. Frisch abgefüllte Rotatorien bekommst du bei uns im Shop, gekühlt verschickt oder zum Abholen.

Die ersten Korallen: 6 robuste Arten für Einsteiger

Die ersten Korallen sind ein besonderer Moment. Damit die Freude bleibt, lohnen sich Arten, die kleine Schwankungen bei Licht und Wasserwerten verzeihen. Hier sind sechs bewährte Einsteiger und das Wichtigste zur Eingewöhnung.

1. Zoanthus und Palythoa

Kleine Krustenanemonen in vielen Farben, robust und schnellwüchsig. Sie mögen mittleres Licht und mittlere Strömung. Wichtig: Einige Arten enthalten ein starkes Gift. Arbeite an ihnen nur mit Handschuhen und Schutzbrille.

2. Scheibenanemonen

Pilzkorallen wie Discosoma oder Rhodactis kommen mit wenig Licht und schwacher Strömung aus. Ideal für die unteren Bereiche des Beckens.

3. Lederkorallen

Weichkorallen wie Sarcophyton wachsen zu eindrucksvollen Kolonien heran und sind sehr anpassungsfähig. Ab und zu häuten sie sich und bleiben dafür einige Tage geschlossen. Das ist normal.

4. Pulsierende Xenien

Die pumpenden Polypen bringen Bewegung ins Becken und wachsen schnell, manchmal zu schnell. Am besten setzt du sie auf einen eigenen Stein, damit sie sich nicht über das ganze Riff ausbreiten.

5. Euphyllia

Hammer- und Torchkorallen sind beliebte LPS mit großen, fließenden Polypen. Sie brauchen etwas mehr Erfahrung als Weichkorallen, sind aber gut machbar. Halte Abstand zu anderen Korallen, denn ihre Nesseltentakel reichen weit.

6. Montipora digitata

Für viele die erste SPS-Koralle: Sie verzeiht mehr als andere Steinkorallen und wächst gut, wenn Licht, Strömung und Wasserwerte stabil sind.

Richtig eingewöhnen

Füttern nicht vergessen

Auch Korallen mit Zooxanthellen nehmen Nahrung aus dem Wasser auf. Feines Phytoplankton wie Synechococcus und Rotatorien als Lebendfutter unterstützen Wachstum und Farben. Mehr dazu im Korallen-Ratgeber.

Unsere Korallen stammen aus eigener Nachzucht und sind an Aquarienbedingungen gewöhnt. Bei jeder Koralle im Shop siehst du auf einen Blick, wie viel Licht, Strömung und Erfahrung sie braucht.